... das heisst wagen, in jedem Moment zu sterben, aber ebenso wagen, geboren zu werden, das heisst, durch große Etappen in unserem Leben zu gehen, wo das stirbt, was wir gewesen sind, um etwas anderem Platz zu machen, einer neuen Sicht der Welt - all das in dem Eingeständnis, das es viele Stufen zu überschreiten gibt, bevor wir zur letzten Phase des Erwachens gelangen.

nach Arnaud Desjardins

Sonntag, 24. Januar 2010

Going with the flow

Drei Wochen reisen und leben mit italienischer Familie. Gemeinsam auf dem Weg zum Rainbow Gathering. Haben die Nordinsel verlassen, die Bedeutung von "in Gemeinschaft reisen" kennengelernt und die grossen und kleinen Kulturunterschiede erfahren. Eine Woche Wilderniss im Abel Tasman National Park. Mit und ohne Zelt, das Wasser aus der Quelle, Muscheln gepflueckt und Fische geangelt. Den Robben am Strand zugeschaut, mit Opossums das Bett geteilt und zuletzt sogar noch eine Gruppe Delphine gesichtet.


Bin dann kurz vor Weihnachten eine Woche im schoenen Nelson gewesen und habe mir meinen Lebensunterhalt mit Hang spielen erworben. Sitze also am Strassenrand, spiele mir die Daumen im weihnachtlichen Trubel wund, da kommen zwei freundliche Maedels auf mich zu. Laechelnd meinen die Beiden, noch nie zuvor drei Hangspieler in ein und derselben Strasse gesehen zu haben - zwei Kiwis am Anfang der Strasse, ca. 200 m von mir entfernt, am Ende der Strasse ich selbst. Eine schoene Begegnung!


Zu diesem Zeitpunkt war Neuseeland bereits voll von Hippies, die alle darauf warteten das "World Gathering" zu celebrieren. Zwischen 200-800 'beautiful people', mitten im Nirgendwo, 4 Wochen leben, mit dem was die Natur uns gegeben hat. Gemeinsam etwas erschaschaffen, teilen, geben und empfangen. Die Abende am Lagerfeuer geniessen, musizieren, singen und Gemeinschaft leben. Leider war Petrus uns nicht wohlgesonnen, sodass wir die meiste Zeit im Regen bei Niedrigstemperaturen um den Nullpunkt nass und verfroren, unsere Zeit im Zelt verbrachten :-(



Und dann erreicht mich zwischen Weihnachten und Neujahr langersehnter Besuch aus Deutschland!

Ein Stueck Vertrautheit im Anderen finden, Leichtigkeit leben, sich fallen lassen.


Vor ca. einer Woche habe ich mit Mischka gemeinsam den Mt.Olivier bestiegen. 1000 Hoehenmeter auf 6km verteilt; es ging genau NUR steil bergauf. Nach 4 Stunden fanden wir uns dann mitten im Schnee, Eis, Gletscher und Bergen wieder. mit ununterbrochenem Blick auf den Mt.Cook (hoechster Berg NZ), kurzer Stop auf der Huette (Mueller Hut), Kraefte tanken und alles wieder bergab. Muskelkater vorprogrammiert, aber was fuer ein Erlebnis.



Angesteckt von der kraftvollen Energie der Berge zog es uns zum Lake Wanaka - Canyoning. Eine gute 3/4 Stunde den Berg hinauf und dann den 'Niger Stream' hinunter. Ein wilder Canyon, der sich steil seinen Weg ins Tal sucht. Abseilen durch meterhohe Wasserfaelle (13m), Klippenspruenge, Klettern, Rutschen, freier Fall. Gefuehle - unbeschreiblich, Schlaf am Abend - tief und fest!



Haben einen Tag spaeter bei strahlendem Sonnenschein NZ schoenste Strasse (Haast Pass) hinter uns gelassen. An Kueste und Gletschern vorbeisind wir jetzt auf dem Weg zur Golden Bay, wo wir zum Ende der Woche ein 5taegiges Festival besuchen.







Geniesse diese wertvolle Zeit auf diesem wunderschoenen Stueckchen Erde.


So kostbar, so reich.

Fuehle Glueck.


Fuehle Dankbarkeit.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Es weihnachtet schwer?!

Seit knapp drei Monaten unterwegs und zwei lausige Blogeintreage? Ja, ihr habt recht... aber so kurz vor Weihnachten bin ich einfach so schrecklich beschaeftigt...
Die "heilige Nacht" rueckt neaher und es gibt einfach so wahnsinnig viel zu tun. Plaetzchen backen, mindestens 8-10 Sorten, dass der Besuch der am Van vorbeischaut auch eine Auswahl hat und ich nicht mit lausigen 3 Sorten da stehe. Dann, jeden zweiten Abend Besuch oder besucht werden. Eine Weihnachtsfeier jagt die andere. Was tun also - ausser Essen um dann kurz vor knapp festzustellen zu fett geworden zu sein, fuer das Weihnachtsdress von letztem Jahr. - Den Temperatueren entsprechend, dachte ich an einen Bikini mit Gloeckchen :-) Und waehrend der Adventskalender sich mehr und mehr leert, faellt mir ein, dass ich noch keine Weihnachtspalme fuer meinen Van habe. - Die Kugeln Ton in Ton zur Bettwaesche. Noch eine Woche und ich hab noch kein einziges Weihnachtsgeschenk (ausser mein Eigenes) und das Weihnachtsgeld ist dieses Jahr auch ausgeblieben (warum nur?). Jetzt aber - shoppen,shoppen,shoppen! Den letzten Ramsch kaufen, hauptsache ich kann sagen, ich hab fuer Jeden etwas. Bleibt nur noch die Frage offen, wie ich ein 3 Geange Menue auf dem Campingkocher zubereiten soll... die passenden Servietten zur Tischdeko hab ich auf jeden Fall schon - Erleichterung macht sich breit...

Gut zu wissen, dass ihr in "god old Germany" noch wisst, was Weihnachten und Stille Zeit tatsaechlich bedeuten. Bestimmt habt ihr diese, ach so gemeutliche Zeit, genutzt in diesem Jahr, alles anders zu machen. Gemeinsam eine gemuetliche Tasse Tee trinken, am Fenster sitzen und dem Schneetreiben zu zu schauen, liebe Freunde treffen, ein schoenes Buch lesen, Stille und Gemuetlichkeit leben. Ja, das ich Weihnachten.

Ich fuer meinen Teil bin heilfroh, wenn alles vorueber ist und ich meinen wohlverdienten Skiurlaub auf Neuseelands Gletscher verbringen kann. Hab mir fuers neue Jahr auf jeden Fall schonmal viel vorgenommen was ich GANZ SICHER anders machen werde!

In diesem Sinne, an euch gedacht ;-)

MERRY CHRISMAS AND A HAPPY NEW YEAR!


Dienstag, 10. November 2009

Kleines Maedchen, grosses Auto & andere Abenteuer

Neuseeland, am anderen Ende der Welt.


Es ein ein Land der Vielfalt. Weite Sandstraende, Duenen und Palmen, neben sattgruenen Huegeln und Feldern, uebersaeht von Schafen, Rindern und Pferden. Vielfalt auf zwei Inselns verteilt, Nordinsel und Suedinsel, leben ca 4,1 Millionen Einwohner auf einer Flaeche von 268 680 km2. Gesprochen wird Englisch und Maori.

Ich sitze in meinem Bus, die Sonne geht ueber dem tiefblauen Meer auf... geniesse die Einsamkeit und Stille...

Ruekblick. Nach bereits zweit Tagen hatte ich genug von der Auckland-Metropole, ueberfuellt von deutschen Backpackern und ueberteuerten Hostels. Das Wetter war unerwartet kalt, auf der Suedinsel fiel Schnee und so lockte mich der vielversprechend, warme Norden. Gemeinsam mit einem liebenswerten Schweden ging es dann via tramp die Ostkueste entlang. Orewa-Waiwera-Whangarei-Kerikeri-Pahia-Kaitaia. Vorbei an den schoensten Straenden wollten Regen und Kaelte einfach nicht weichen. Alternativplan WOOFing. [Fuer alle (Mamas,Tanten und "aeltere Semester") die jetzt nicht wissen was das bedeutet, da gibt es nun in meinem Blog, rechts unter dem kleinen Bild, eine Linkliste. Mit einem Klick werdet ihr dann weitergeleitet auf die entsprechende Seite und findet da die eine oder andere Info]. WOOFing, also. Die Idee, arbeiten bei freundlichen Farmern, bis das Wetter sich bessert. Ausserdem spielte ich mit dem Gedanken einen kleinen Bus zu kaufen, da weder trampen einfach, noch in Hostels schlafen, billig war. Die nette Beschreibung im Woofing-Book versprach eine gute Zeit und so erreichten wir nach einigen Tagen einen kleinen Hof mitten im Nirgendwo. Das "Haus", eine Blechgarage. Der Garten, eine "Dschungellandschaft", das Essen "gut zu kauen" - aber was tut man nicht alles, in der Not ;-) Ausserdem hatte die Sache einen kleinen, nicht uninteressanten Nebeneffekt. Jim, Hofbesitzer des kostbaren Stueckchen Land, verbrachte seine jungen Jahren mit Schreinerarbeiten - und wenn man plant einen Van auszubauen...


Schwede Christopher und mich lockte das Abenteuer Wildniss. 100km Beachwalk in fuenf Tagen. Unser Ziel, Cape Reinga, heilige Maoristaette und zugleich noerdlichster Punkt des Landes.


Wir starten in Ahipara, einem kleinen Oertchen, an der Westkueste. Von hier aus erstreckt sich ein Strand in einer Gesamtflaeche von 100 km. Es regnet in Stroemen, doch festentschlossen, den Wind im Ruecken beginnen wir den Walk. Der Regen festigt den Sand und erleichtert uns die Schritte. Unsere Ruecksaecke sind schwer, zu schwer. - Nicht weil wir zu viele Wechselunterhosen dabei haben :-) , Wasser und Essen fuer fuenf Tage, gehen ganz schoen in die Knie. Und dann beginnt eine nahezu endlos erscheinender Weg. Laufen, laufen, laufen. Fuenf Tage, acht Stunden taeglich...

Voellig erschoepft aber maechtig stolz - Cape Reinga!


Kleines Maedchen, grosses Auto. Zurueck im Leben habe ich nun bei vertrauenswuerdigen Kiwis (Neuseelander) ein Autogekauft... besser gesagt einen Bus.... besser gesagt, einen GROSSEN Bus. Alter Wagen, aber gute Mechanik; guter Preis, aber ne ganze Menge Arbeit! Und wie gut ist es, wenn man dann Kontakte hat ;-) Die letzten zwei Wochen habe ich nun damit verbracht mir ein "kleines Heim" zu schaffen, und ich muss sagen, das Ergebnis laesst sich wirklich sehen:


Reisen ist alles. Es ist Abenteuer und Herausforderung, ein bisschen spannend, ein bisschen unsicher. Es ist Begegnung und Loslassen. Kommen und Gehen. Nichts ist stetig.

Samstag, 10. Oktober 2009

Endlich...

Als Kind hatte ich einen Plan. Ich nenne es bewusst Plan, weil es so fest in meiner Vorstellung existierte, dass Traum tatsaechlich zu weit hergeholt waere. Mein Plan war also, ein grosses komfortables Mobil zu bauen. Ein blau-gelbes Schlauchboot, darunter (damit die ganze Sache auch fahrbar wird) das alte Skateboard von meinem Bruder. Alles an eine Schnur befestigt und gezogen wie der Baer seine Tigerente. Ziel war die grosse Wiese mit dem schoenen, kleinen Bach, nahe Opas Bienenhaeusern. Die genauen Reisedaten machte ich abhaengig von dem Inhalt unseres Kuehlschrankes. War dieser knallevoll erhoffte ich mir bei meinem Abenteuer groessere Ueberlebenschancen... spaeter, ich war in der 9. Klasse, gab es die Moeglichkeit fuer ein sogenanntes "Berufsorientierungspraktikum". Festueberzuegt kam ich nach Hause und berichtete meiner Mama stolz, dass ich dieses in Australien absolvieren werde...

Ich glaube, all dies war nur ein kleiner Ausrduck eines lang ersehnten Traums.

Seit genau einer Woche bin ich nun am anderen Ende der Welt, Neuseeland.
Nach einem langen und anstrengenden Flug ueber Hong Kong, konnte ich muede, aber wohlauf in Auckland, Hauptstadt NZ, Nordinsel, landen.














Bin jetzt auf dem Weg Richtung Norden... der Sonne entgegen!